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Die richtige Ballade finden …

Wer Balladen im Unterricht einsetzt oder sich einfach nur für diese literarische Gattung interessiert, möchte natürlich gerne einen Überblick haben.

Deshalb stellen wir auf dieser Seite möglichst viele Balladen zusammen: Zum einen natürlich die, die die meisten kennen und die deshalb auch gerne in der Schule behandelt werden.

Aber auch die nicht so bekannten Beispiele sollen zu ihrem Recht kommen.

Besonders geht es uns auch darum, zu zeigen, was man mit diesen Balladen jeweils machen kann – besonders interessant für den Deutschunterricht.

Damit man schon mal ein bisschen auf den Geschmack auf, stellen wir hier zusammen, was uns so „in den Sinn“ bzw. „vor die Augen“ gekommen ist 😉 Damit das Ganze übersichtlicher wird, haben wir es in Themenbereiche eingeteilt. Das führt dazu, dass Balladen auch mehrfach auftauchen können.

Beispiele für interessante Balladen:

Thema Schuld:

Die Balladen zu diesem Thema haben wir ausgelagert auf die Seite:
https://textaussage.de/balladen-zum-thema-schuld

Thema: Kommunikation in Balladen

  1. Schubart, Der kalte Michel – eine besonders unter Kommunikationsaspekten sehr reizvolle Geschichte von einem Junker (jungen Adligen), der es sich auf Kosten seiner Eltern in Paris gutgehen lässt – bis eines Tages das Geld ausbleibt. Eines Tages bekommt er Besuch von zu Hause, der ihm auf sehr geschickte Weise die Wahrheit erzählt.
  2. Uhland, „Vom treuen Walther“ – eine Geschichte um den vergeblichen Versuch eines Mädchens, den Verrat an ihrem früheren Geliebten ungeschehen zu machen.
  3. Heine, Donna Clara – In dieser Ballade werden Vorurteile aufs Korn genommen. Es geht um einen geheimnisvollen Ritter, der von einer Dame umworben wird, die im Liebesgespräch allerdings allerlei Vorurteile gegenüber Juden äußert. Ihr Gegenüber lässt das alles lächelnd so stehen. Nach einer glücklichen Liebesnacht erfährt sie dann endlich, wer der Geliebte ist – ein Jude. Reizvoll kann es sein, die von Heine in einem fremd wirkenden Kontext präsentierte Wahrheit auf eine moderne Situation zu übertragen. Vorurteile gibt es ja auch heute noch genug.

Thema Liebe:

  1. Arnim, Die geraubte Geliebte – eine Geschichte um einen Mann, dem die Geliebte geraubt wird. Gezeigt wird all die Anstrengung, die er unternimmt, um sie wiederzufinden. Am Ende gelingt das, endet aber in gemeinsamem Tod. Interessant für den Unterricht sind vor allem die Stellen, in denen das Verhalten der Liebenden reflektiert wird.
  2. Heinrich Heine, Die Wallfahrt nach Kevlaar: Diese Ballade scheint zunächst einmal sehr religiös zu sein,  beschreibt sie doch anscheinend völlig unkritisch, wie viele Wunder aus einer Wallfahrt erwachsen können. Typisch für Heine ist es nun, dass in diesem Falle das Wunder ganz anders geschieht, ein Junge, der um seine verstorbene Geliebte trauert, wird ganz anders geheilt, als man das erwarten würde.
  3. Goethe, Der untreue Knabe – Eine Alltagsgeschichte, nämlich, dass die Liebe zu Ende geht oder gar keine war und man verlassen wird: Hier wird sie zu einer Ballade verarbeitet, die das Leiden des einen, dann das Schuldgefühl des anderen und schließlich ein düsteres Ende zeigt.
  4. Uhland, Des Goldschmieds Töchterlein – eine etwas triviale Geschichte eines Mädchens, das in der Werkstatt des Vaters in träumerische Wünsche gerät – angesichts des Schmucks, den ein Ritter herstellen lässt. Dann – sehr überraschend – ist sie selbst die Auserwählte. Für den Unterricht geeignet als Beispiel für Literatur, die sich eine schönere Wirklichkeit zurechtträumt – was ja nicht nur negativ sein muss.
  5. Uhland, „Vom treuen Walther“ – eine Geschichte um den vergeblichen Versuch eines Mädchens, den Verrat an ihrem früheren Geliebten ungeschehen zu machen.
  6. Schiller, Der Taucher – Hier geht es auch um Leben und Tod – allerdings geht hier das „Heldentum“ einen Schritt zu weit. Eine schöne Gelegenheit, mal die Frage von Berühmtheit und Karriere zu erörtern. Hier haben wir die Ballade auch eingeordnet, weil auch die Liebe eine Rolle spielt. Sie wäre allerdings Teil des „Preises“,  den der Held bekommt.
  7. August Graf von Platen, Luca Signorelli: Hier geht es nicht um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern eines Vaters, der mit dem Verlust seines Sohnes klarkommen muss. Statt zu wehklagen und sich vielleicht nur noch seinem Schmerz hinzugeben, verewigt der Maler das, was er verloren hat, in einem Gemälde.
  8. Heinrich Heine, Ritter Olaf:  Ein Ritter hat heimlich die Tochter des Königs für sich eingenommen und soll dafür sterben. Er darf aber noch die Hochzeit feiern und geht im Bewusstsein seiner Liebe in den Tod. Ein solch fremdartig wirkende Geschichte fordert in besonderer Weise die Diskussion heraus.
  9. G.G. Unbetrach, Ballade von der fehlenden Mittelmäßigkeit in der Liebe: In dieser Ballade wird ein Thema des Mittelalters aufgenommen und in unserer heutigen Zeit wiedergefunden: Es geht um die Frage, sich gegenseitig Freiräume geben – oder aber alles mehr oder weniger alles gemeinsam machen.
  10. Carl Bernhard von Trinius, Wisst ihr von des Bergmanns Leiche
    Schicksal eines jungen Brautpaars, bei dem der junge Mann als Bergmann umkommt, viele Jahre später aber äußerlich unversehrt geborgen wird. Seine inzwischen alt  gewordene Verlobte kann noch deutlich machen, dass sie ihm immer treu geblieben ist und ist dann zumindest im Tod mit ihrem Geliebten vereint.
    Interessant ist ein Vergleich mit Hebels Anekdote „Unverhofftes Wiedersehen“.
  11. Fontane, „Silvesternacht“:
    Hier geht es um den schaurigen Versuch einer jungen Frau, entsprechend den Tipps einer alten Sage um Mitternacht zu erfahren, wen sie heiraten wird. Das endet mit ihrem Tod. Gut vergleichen kann man diese Sage mit „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff. Dort geht die Geschichte aber gut aus – und es geht auch um den ganz normalen Weg durch das Moor, nicht um die Herausforderung dunkler Mächte.
  12. Wilhelm Busch, „Verwunschen“
    https://www.schnell-durchblicken2.de/wilhelm-busch-verwunschen
    Eine Ballade, bei der man ein bisschen erstaunt ist, dass dem großen Meister nicht mehr eingefallen ist als die Zumutung einer Zwangsheirat in einem Ritterhaus, der tapfere Widerstand der Tochter, der im Burgverlies endet. Witzig soll wohl sein, dass die Burg schließlich verfällt, aber „Kundigundens Geist“ als „weißes Wesen“ in der Ruine ruft: „Will denn niemand mich erlösen?“ und der Leser am Ende abgespeist wird mit dem Hinweis: „Doch die Wände bleiben stumm.“

Thema: Naturmagische Balladen

  1. Brecht, „Von des Cortez‘ Leuten“
    eine Geschichte um die spanische Eroberung der späteren Kolonien in Amerika, bei der sich die Natur als stärker erweist als die spanischen Krieger.
    Hoch interessant für das Verhältnis des Menschen zur Natur – mit vielen Recherche-Anregungen:
    https://textaussage.de/bertolt-brecht-von-des-cortez-leuten
  2. Droste-Hülshoff, Der Knabe im Moor
    Auf beeindruckende Art und Weise werden hier die Gefühle eines Knaben dargestellt, der allein durch das Moor gehen muss und sich dabei an allerlei Schauergeschichten erinnert.
    Dabei kommt die Frage auf, ob diese Schauergeschichten nicht das größere Problem sind als das Moor. Dementsprechend kann man gut diskutieren, ob es sinnvoll ist, Kinder so in Angst zu versetzen. Dazu kommt die Frage, was man gegen Angst tun kann.
    https://textaussage.de/droste-huelshoff-der-knabe-im-moor
  3. Goethe, Erlkönig – diese berühmte Ballade lenkt den Blick auf einen Vater, der abends mit Sohn im Arm nach Hause reitet. Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Wahrnehmungen: Während der Vater sachlich-neutral und realistisch bleibt, führt sich der Sohn von geheimnisvollen Wesen angezogen und bedroht. Am Ende graust es auch den Vater – und der Junge ist tot.
    Hierzu gibt es eine Klassenarbeit mit Hinweisen zur Lösung – hier.
  4. Herder, „Erlkönigs Tochter“
    Eine deutlich schwächere Version im Vergleich zu der von Goethe.
    Aber zumindest der Umschlag in Gewalt ist von ähnlicher Wucht.
    Außerdem haben wir einige Anregungen eingebaut, wie man diese Ballade auch insgesamt „wuchtiger“ machen könnte 😉
    Herder „Erlkönigs Tochter“ – Ballade, interessant im Hinblick auf Goethes „Erlkönig“

    Dazu gibt es auch eine unterhaltsame Text- und mp3-Fassung:
    Blog Tivag „Erlkönigs Tochter“ kreativ
    https://textaussage.de/der-anders-tivag-blog-folge-1-erlkoenig-kreativ

    mp3-Fassung
    https://textaussage.de/mat4380

Thema „Helden“

Diese Balladenübersicht haben wir ausgelagert. Die entsprechenden Hinweise sind hier zu finden:
https://textaussage.de/balladen-zum-thema-helden

Thema: Lebensweisheiten in Balladenform

  1. Schiller, Der Ring des Polykrates
    – eine Ballade, die deutlich macht, dass zu viel Glück auch nicht unbedingt für einen Menschen gut sein muss. In diesem Falle flieht man sogar vor solch einem „Glückspilz“. Der Kernsatz: „Drum, willst du dich vor Leid bewahren, / So flehe zu den Unsichtbaren, / Dass sie zum Glück den Schmerz verleih’n.“ / Noch keinen sah ich fröhlich enden, /Auf den mit immer vollen Händen / Die Götter ihre Gaben streun.“ Darüber ließe sich wohl nachdenken.
  2. Goethe, Der Goldgräber
    – In dieser Ballade ist jemand am Anfang schon ganz unglücklich, will unbedingt reich sein, und wenn es ihn wie Faust die Seele kosten könnte. Er hat das Glück, dass er statt des erhofften Schatzes eine Lebensweisheit geboten bekommt.
  3. Bürger, Die Schatzgräber
    Hier werden Menschen erst aufgewühlt und wollen einen Schatz heben, nachdem ihr sterbender Vater ihnen geraten hat, im Weinberg danach zu suchen. Sie finden nichts, sind enttäuscht und werden dafür im nächsten Jahr überrascht, als sie das Dreifache an Trauben ernten.
  4. Geibel, Die Goldgräber:
    In gewisser Weise kann man diese Ballade auch den „Lebensweisheiten“ zurechnen, weil sie ein bisschen klingt die der alte Spruch: „Unrecht Gut gedeihet nicht“ – nur diesmal mit sehr viel ernsterem Ende.
  5. Brecht, Legende von der Entstehung des Buches Tao Te King
    auf dem Weg des Laotse in die Emigration – Es lohnt sich sicher, dieses als „Legende“ bezeichnete Gedicht auf seinen Balladencharakter hin zu prüfen: Auf jeden Fall kommt am Ende eine Lebensweisheit heraus – nämlich die, dass man manchmal auch zu etwas mehr oder weniger gezwungen werden muss. Manches Gute entsteht nur so. Für das Gespräch mit Schülern sicher eine sehr lohnende These 😉
  6. Heine, Donna Clara
    In dieser Ballade werden Vorurteile aufs Korn genommen. Es geht um einen geheimnisvollen Ritter, der von einer Dame umworben wird, die im Liebesgespräch allerdings allerlei Vorurteile gegenüber Juden äußert. Ihr Gegenüber lässt das alles lächelnd so stehen. Nach einer glücklichen Liebesnacht erfährt sie dann endlich, wer der Geliebte ist – ein Jude. Reizvoll kann es sein, die von Heine in einem fremd wirkenden Kontext präsentierte Wahrheit auf eine moderne Situation zu übertragen. Vorurteile gibt es ja auch heute noch genug.

Thema: Schauerballaden

Droste-Hülshoff, Der Knabe im Moor
auf beeindruckende Art und Weise werden hier die Gefühle eines Knaben dargestellt, der allein durch das Moor gehen muss und sich dabei an allerlei Schauergeschichten erinnert.

Fontane, „Silvesternacht“:
Hier geht es um den schaurigen Versuch einer jungen Frau, entsprechend den Tipps einer alten Sage um Mitternacht zu erfahren, wen sie heiraten wird. Das endet mit ihrem Tod. Gut vergleichen kann man diese Sage mit „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff. Dort geht die Geschichte aber gut aus – und es geht auch um den ganz normalen Weg durch das Moor, nicht um die Herausforderung dunkler Mächte.

Goethe, Erlkönig
– diese berühmte Ballade lenkt den Blick auf einen Vater, der abends mit Sohn im Arm nach Hause reitet. Im Zentrum stehen die unterschiedlichen Wahrnehmungen: Während der Vater sachlich-neutral und realistisch bleibt, führt sich der Sohn von geheimnisvollen Wesen angezogen und bedroht. Am Ende graust es auch den Vater – und der Junge ist tot.
Hierzu gibt es eine Klassenarbeit mit Hinweisen zur Lösung – hier.

Wilhelm Busch, „Verwunschen“
https://www.schnell-durchblicken2.de/wilhelm-busch-verwunschen
Eine Ballade, bei der man ein bisschen erstaunt ist, dass dem großen Meister nicht mehr eingefallen ist als die Zumutung einer Zwangsheirat in einem Ritterhaus, der tapfere Widerstand der Tochter, der im Burgverlies endet. Witzig soll wohl sein, dass die Burg schließlich verfällt, aber „Kundigundens Geist“ als „weißes Wesen“ in der Ruine ruft: „Will denn niemand mich erlösen?“ und der Leser am Ende abgespeist wird mit dem Hinweis: „Doch die Wände bleiben stumm.“

„Der Reiter und der Bodensee“
Diese mündlich überlieferte Ballade zeigt, was mit einem Menschen passieren kann, der ahnungslos einer schrecklichen Gefahr entgangen ist.

Ganz nebenbei zeigen wir, wie man in eine Ballade einen inneren Monolog einbauen kann.
https://www.einfach-gezeigt.de/ballade-reiter-bodensee

Balladen mit Nähe zur Moritat bzw. zum Bänkelsang

  1. Frank Wedekind, „Brigitte B.“:
    Sozialkritische Darstellung des Schicksals einer jungen Frau, die auf die schiefe Bahn gerät; schon eher eine Moritat
    https://www.schnell-durchblicken2.de/wedekind-brigitte-b
  2. Wilhelm Busch, „Verwunschen“
    https://www.schnell-durchblicken2.de/wilhelm-busch-verwunschen
    Eine Ballade, bei der man ein bisschen erstaunt ist, dass dem großen Meister nicht mehr eingefallen ist als die Zumutung einer Zwangsheirat in einem Ritterhaus, der tapfere Widerstand der Tochter, der im Burgverlies endet. Witzig soll wohl sein, dass die Burg schließlich verfällt, aber „Kundigundens Geist“ als „weißes Wesen“ in der Ruine ruft: „Will denn niemand mich erlösen?“ und der Leser am Ende abgespeist wird mit dem Hinweis: „Doch die Wände bleiben stumm.“

Moderne Balladen

Aus aktuellem Anlass, der Aufnahme einer Ballade von Wolf Biermann, beginnen wir hier mal eine Sammlung, die moderne Balladen zusammenstellt. Damit soll deutlich werden, dass diese Gattung mit ihrer Kombination aus strenger Form und spannend-dramatischer Erzählung immer noch genutzt werden kann – nicht nur zur Modernisierung älterer Balladen.

Wolf Biermann, „Ballade vom Briefträger William L. Moore“
Die Geschichte eines weißen Amerikaners, der in die Südstaaten aufbricht und dort für die Gleichberechtigung der Rassen wirbt. Er bekommt durchaus Zustimmung, hört aber auch eine Warnung, muss Steinwürfe ertragen und wird schließlich erschossen. All das wird äußerst distanziert präsentiert mit einem Schluss, der eher zur Recherche auffordert als zum Nachdenken.
Biermann, „Ballade vom Briefträger William L. Moore“

G.G. Unbetrach, Ballade von der fehlenden Mittelmäßigkeit in der Liebe:
In dieser Ballade wird ein Thema des Mittelalters aufgenommen und in unserer heutigen Zeit wiedergefunden: Es geht um die Frage, sich gegenseitig Freiräume geben – oder aber alles mehr oder weniger alles gemeinsam machen.
http://www.schnell-durchblicken.de/durchblick-auch-in-deutsch/thema-balladen-und-inhaltsangabe/ballade-von-der-fehlenden-mittelm%C3%A4%C3%9Figkeit-in-der-liebe/

Weitere Tipps, Infos und Materialien finden sich auf der Seite:

https://textaussage.de/balladen-infos-tipps-materialien

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