Kurzgeschichten zum Thema „Gesellschaft“ (Mat4163)

Worum es geht – vom Einzelnen bis zur ganzen Gesellschaft

Auf dieser Seite stellen wir Kurzgeschichten vor, in denen es um das Zusammenleben von Menschen geht: um Erwartungen, die andere an uns stellen, um Außenseiter und Fremde, um Einsamkeit mitten unter vielen Menschen – und um die Frage, wie eine Gesellschaft mit Konflikten und Gefahren umgeht.

Die Geschichten sind nicht einfach alphabetisch aufgereiht, sondern bilden eine Treppe: Wir beginnen beim Einzelnen, der seinen eigenen Weg sucht, und weiten den Blick Stufe für Stufe – über die Gruppe und die Begegnung mit Fremden bis hin zu Geschichten, in denen eine ganze Gesellschaft auf dem Prüfstand steht.

Zwei Tipps vorweg

Titelbild zur Kurzgeschichte „Nicht mein Grabstein“ von Kimia Tivag

Ganz neu und schülernah: Kimia Tivag, „Nicht mein Grabstein“ – ein Sohn will Musiker werden, der Vater träumt vom gemeinsamen Familienbetrieb. → Stufe 1

Hochaktuell und abiturerprobt: Günter Kunert, „Sintflut“ – eine Gesellschaft, die eine Katastrophe lieber schönredet als erkennt. Jetzt mit ausführlicher Erklärung und Insider-Tipps. → Stufe 6

Stufe 1: Den eigenen Weg finden – gegen die Erwartungen anderer

Am Anfang steht der Einzelne: Was will ich selbst – und was erwarten Eltern, Lehrer oder die Gesellschaft von mir?

  • Kimia Tivag, „Nicht mein Grabstein“
    https://schnell-durchblicken.de/kimia-tivag-nicht-mein-grabstein
    Ein Sohn mit wirtschaftlichem Talent will Musiker werden, sein Vater träumt von der gemeinsamen Zukunft im Familienbetrieb. Beim Mittagessen prallen die Vorstellungen aufeinander – und es zeigt sich, dass Selbstbestimmung manchmal bedeutet, Enttäuschung in Kauf zu nehmen.
  • Kimia Tivag, „Die glückliche Täuschung“
    https://textaussage.de/kimia-tivag-die-glueckliche-taeuschung
    Eine Tochter kommt begeistert aus der Philosophiestunde: die Idee eines sorglosen Lebens in Freiheit, wie bei Diogenes in seiner Tonne. Der Vater hält wenig davon. Gezeigt wird der Wert von Glück – auch wenn es nur kurz anhält.
  • Kathrin Schrocke, „Ira“ – jugendliche Protesthaltung
    https://schnell-durchblicken.de/kathrin-schrocke-ira
    Eine Schülerin erzählt rückblickend von einem Gespräch mit einer Beratungslehrerin, die nicht zu ihren wirklichen Problemen vordringt. Gut geeignet zum Weitererzählen nach dem Motto: „Was mir später geholfen hat, war …“

Stufe 2: Am Rand der Gruppe – dazugehören und ernst genommen werden

Vom eigenen Weg zur Gruppe: Wer gehört dazu – und was passiert mit denen, die am Rand stehen oder sich selbst dorthin manövrieren?

  • Caro Finelli, „Die Überraschung“
    https://textaussage.de/caro-finelli-die-ueberraschung-kurzgeschichte
    Ben bezieht zum Studium seine erste eigene Wohnung. Seine erste Fete endet peinlich: Schimmel im Joghurt, vergammelte Würstchen, eine Maus im Flur. Um es allen zu zeigen, putzt er vier Wochen lang und sagt jede Einladung ab – doch zu seiner großen Überraschungsfeier will dann niemand mehr kommen. Eine Geschichte darüber, dass Freundschaften Pflege brauchen und falscher Ehrgeiz einsam machen kann.
  • Lars Krüsand, „Der Außenseiter“
    https://textaussage.de/lars-kruesand-der-aussenseiter
    Ein Mensch am Rand einer Gruppe, der ihr viel bieten könnte. Es braucht nur den glücklichen Moment, in dem darüber gesprochen wird – und genau der kommt in dieser Geschichte.
  • Marlene Röder, „Chuck Norris und seine Freunde“
    https://schnell-durchblicken.de/chuck-norris-freunde
    Ein Rollstuhlfahrer lässt sich für eine gefährliche Mutprobe auf eine Halfpipe tragen. Er will nicht mehr nur das freundlich behandelte Maskottchen der Gruppe sein, sondern für voll genommen werden. Besonders reizvoll: das offene Ende.
  • Marlene Röder, „Scherben“
    https://textaussage.de/marlene-roeder-scherben-kurzgeschichte-weiterschreiben
    Ein 14-jähriger Junge, vom Vater misshandelt, wird von einer Pfarrersfamilie aufgenommen und kann deren Freundlichkeit kaum annehmen. Als die Tochter zufällig die Spuren der Schläge sieht, eskaliert die Situation. Mit Anregung zum Weiterschreiben und Video-Hinweis.

Stufe 3: Begegnungen mit Fremden – Vorurteile, Missverständnisse, Annäherung

Über die eigene Gruppe hinaus: Was geschieht, wenn Menschen aufeinandertreffen, die sich fremd sind?

Stufe 4: Nebeneinander statt miteinander – Einsamkeit, Gaffen und schöner Schein

Manchmal leben Menschen dicht beieinander – und sind sich trotzdem fern. Hier geht es um Einsamkeit, Sensationslust und Fassaden.

Stufe 5: Der Mensch im System – Arbeitswelt, Bewerbung, Behörden

Jetzt rücken die großen Strukturen in den Blick: Bewerbungsverfahren, Befragungen, Wirtschaft – und die Frage, wo der einzelne Mensch darin bleibt.

  • Josianne Maas, „Fragebogen“
    https://textaussage.de/josianne-maas-fragebogen
    Aus der Sicht einer Hausfrau und Mutter wird der enge Horizont einer Volksbefragung um 1960 kritisiert, die sich weder für erbrachte Leistungen noch für berechtigte Bedürfnisse interessiert. Mit Vorschlägen für Recherchen und zur Bedeutung der Geschichte für heute.
  • Georg M. Oswald, „Mit Menschen“ (5-Minuten-Tipp)
    https://textaussage.de/5-minuten-tipp-zur-kurzgeschichte-mit-menschen-von-georg-m-oswald
    Aus Bewerbungsmappen werden alle aussortiert, die gern „etwas mit Menschen“ machen – satirisch zugespitzt, wie das Menschliche in manchen Arbeitsverhältnissen zu kurz kommt. Mit Schaubild und Idee für eine kreative Ergänzung.
  • Anders Freistein, „Die Wortmeldung 2 – Entlassungsquote und Human Touch“ (KI-Debatte)
    https://textaussage.de/ki-debatte-anders-freistein-die-wortmeldung-2-entlassungsquote-und-human-touch
    Ausgehend von einem Bericht über Entlassungsquoten erinnert sich der Erzähler an die kritische Frage einer Schülerin an einen Karriereredner: Passt das Loblied auf künftige „menschliche Qualitäten“ zur renditeorientierten Wirklichkeit? Ein Anstoß, über die berufliche Zukunft mit KI zu diskutieren.

Stufe 6: Wenn eine ganze Gesellschaft versagt – Eskalation, Verdrängung, Warnung

Den Schluss bilden Geschichten, in denen nicht mehr Einzelne scheitern, sondern das Zusammenleben insgesamt – weil Konflikte eskalieren oder Gefahren verdrängt werden.

Weitere Infos, Tipps und Materialien

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