Worum es hier geht:

Besonders bei Klausuren ist es ein großes Problem, wenn man Kurzgeschichten nimmt, die wenig mit der Lebenswelt von Schülern zu tun haben. Das ist unserer Erfahrung nach besonders bei der ansonsten sehr interessanten Kurzgeschichte „Flitterwochen, dritter Tag“ von Gabriele Wohmann der Fall. Die kann man wunderbar im Unterricht besprechen – aber als fremder Text in einer Klausur dürften einige Schüler Schwierigkeiten haben, diesen überaus kunstvollen Text aus der Welt des beginnenden Ehe-Alltags zu verstehen.
Deshalb stellen wir hier Kurzgeschichte zusammen, die unserer Meinung nach entweder aufgrund ihrer Nähe zur Lebenswelt von Schülern besonders gut geeignet sind für Klausuren.
  • Hajo Frerich, „Speed-Dating mit Gedichten“
    Oder wie man die Abneigung, die manche Schüler gegenüber Gedichten haben, vielleicht bekämpfen könnte.
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-speed-dating-gedichte
  • Björn Lankert, „Alles zu seiner Zeit“
    In der Kurzgeschichte geht es um einen Schüler, der sich gegenüber seinem Vater darüber aufregt, dass er in einer Klausur einen  Text bekommen hatte, mit dem er wenig anfangen konnte. Das lag daran, dass es in ihm um die Probleme eines Hochzeitspaares direkt nach der Trauung ging. In der Geschichte gelingt es dem Jungen, seinen Vater, der selbst Deutschlehrer ist, davon zu überzeugen, dass macn sich bei den Themen doch ein bisschen am Horizont der Schüler orientieren sollte.
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-lankert-alles-zu-seiner-zeit

  • Hajo Frerich, „Gekonnt ist gekonnt“
    Oder: Wie man mit Absprachen im Rahmen der Familie umgeht
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-frerich-gekonnt

  • Frerichs, Hajo, „Zu schnell – zu langsam“ – Das Ende eines Gaffer-Tages
    Diese Kurzgeschichte behandelt in äußerst knapper Weise das Problem der Gaffer auf Autobahnen, die zum Beispiel Rettungsgassen missbrauchen und damit im Extremfall sogar eine Rettung verhindern.
    Die Geschichte lässt sich sehr gut mit Ilse Aichingers „Fenster-Theater“ vergleichen.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/frerichs-hajo-zu-schnell-zu-langsam/
  • Sabrina Eisele, „Momente“ – eine doppelt offene Kurzgeschichte
    Schlechte Note in einer Englischarbeit – und hohe Erwartungen der Familie. Tochter passt nicht in dieses System hinein, nennt die Note, weint und flieht auf ihr Zimmer. Dann ein plötzliches Happy End, weil die Mutter „abgeschminkt“ erscheint.
    In einem Video zeigen wir, dass dieser Wandel nicht motiviert ist, aber man kann ja selbst die Lücke finden.
    Außerdem zeigen wir, wie man das offene Ende weiterdenken kann.
    https://textaussage.de/sabrina-eisele-momente-doppelt-offene-kurzgeschichte
  • Fritz, Walter Helmut, „Augenblicke“
    https://textaussage.de/5-min-tipp-walter-helmut-fritz-augenblicke
    Eine Geschichte über absolutes Genervtsein einer Tochter wegen der Mutter. Hier geht es zwar um eine 20jährige, aber deren Erfahrungen werden auch ausgeblendet, es geht nur um den Stress. Das ist natürlich eine gute Gelegenheit, sich aus Schüler-Si cht ein entsprechendes Genervtsein, seine Vorgeschichte und Auswege in einer eigenen Geschichte vorzustellen.
  • Lili Grün, „Man hat gelacht“
    Thema: Angst vor einem Auftritt
    https://textaussage.de/lili-gruen-man-hat-gelacht
  • Lars Krüsand, „Untergrundarbeit“
    Oder: Wie man sich in einem Konflikt mit einem etwas übereifrigen, ansonsten aber ziemlich verständnisvollen Lehrer, möglichst geschickt und effektvoll präsentiert.
    https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-kruesand-untergrundarbeit
  • Wohmann, Die Klavierstunde – Beispielklausur,

    https://textaussage.de/gabriele-wohmann-die-klavierstunde-transparente-interpretation

  • Lars Krüsand, Der Außenseiter
    Oder die Erkenntnis, dass Außenseiter überaus nette und wertvolle Menschen sein können
    https://www.schnell-durchblicken.de/durchblick-auch-in-deutsch/analyse-von-kurzgeschichten-klassenarbeit/kurzgeschichte-der-au%C3%9Fenseiter/
  • Reding, Josef, „Ein kleiner bebrillter Ömmes“
    Eine etwas altertümlich anmutende Geschichte, in der ein Junge sehr unter seiner Brille leidet, was sich noch verstärkt, als er von einem Milchmann mit Perdewagen mitgenommen und dann eben als „kleiner bebrillter Ömmes“ bezeichnet wird. Nicht mehr altertümlich, sondern auch heute noch hilfreich ist dann zu sehen, wie die Ängste des Jungen sich kurz darauf auflösen. Der Milchhmann reagiert nämlich auf einen kritischen Hinweis viel positiver, als er gedacht hat. Die Geschichte ist fast schon parabelartig geeignet, nach heutigen Situationen zu fragen, die dazu passen.
  • Röder, Marlene, „Chuck Norris und seine Freunde“
    In der Kurzgeschichte wird aus der Ich-Perspektive erzählt, was ein Rollsstuhlfahrer denkt, fühlt und erlebt, während er sich für eine nicht ungefährliche Mutprobe von einem Freund auf eine Halfpipe hochtragen lässt. Deutlich wird, wie wichtig es ihm ist, nicht mehr nur das freundlich behandelte, aber eben auch möglicherweise nur bemitleidete Maskottchen der Gruppe zu sein. Ben möchte für voll genommen werden und ist bereit, dafür viel zu riskieren.
    Besonders interessant das hier scheinbar besonders offene Ende, denn es wird nicht erzählt, wie die Geschichte ausgeht.
    https://www.einfach-gezeigt.de/r%C3%B6der-chuck-norris-freunde

  • Björn Lankert, „Der Streber“
    In der Kurzgeschichte geht es um Vorurteile gegenüber Menschen, die einfach gerne Leistung erbringen und dann feststellen müssen, dass sie auch negativen Gefühlen, ja sogar einem üblen „Streich“ begegnen.
    In diesem Falle löst sich das Problem durch den guten Einfall eines Vaters sowie einen erfolgreichen Rat einer Mutter auf.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/lankert-bj%C3%B6rn-der-streber/

  • Lars Krüsand, „Der Held“
    In dieser Geschichte geht es um einen Helden, der überhaupt keiner ist, sondern eher durch Zufall in die Rolle hineingerutscht ist. Er hat dann auch einige Probleme damit und kommt auch schwer wieder aus aus der Nummer heraus. Am Ende gelingt es ihm zwar, aber auf eine Weise, die viele Fragen und Diskussionen auslösen dürfte.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/kr%C3%BCsand-lars-der-held/
    Vergleiche dazu auch die Kurzgeschichte „Der Sieger“ von Erich Junge:
    https://schnell-durchblicken3.de/index.php/faq/faq-kurzgeschichten/340-erich-junge-der-sieger
  • Lars Krüsand, „Eine leider noch nicht wahre Geschichte“
    In der Geschichte geht es um zwei Schülerinnen, die auf sehr originelle Art und Weise der Aufgabe nachkommen, sich im neuen Kurs und dem Deutschlehrer vorzustellen.
    https://www.einfach-gezeigt.de/kr%C3%BCsand-eine-leider-noch-nicht-wahre-geschichte
  • Junge, Erich, „Der Sieger“
    Die Kurzgeschichte ist vor allem interessant im Hinblick auf Gruppendynamik und die Frage von Gewalt, Angst und Widerstand. Es geht um einen Schüler, der vor allem mit seiner Kraft und seiner Härte in der Gruppe dominiert. Die Kurzgeschichte setzt ein mit einer unerwarteten Niederlage im sportlichen Fünfkampf. Danach kommt es zum Show-down zwischen dem ressentimentgeladenen Nicht-Sieger Dannwitz und dem eher intellektuellen und seine Kräfte klug einsetzenden wirklichen Sieger Bert. Während die anderen Mitglieder der Gruppe sich normal verhalten, also versuchen, dem Konflikt aus dem Weg zu gehen, will sich Bert dem stellen. Weil er dabei ankündigt, sich nicht wehren zu wollen, ist Dannwitz zunächst irritiert, dann bricht all seine Stärke zusammen und er verlässt weinend den Platz. Interessant ist die Interpretation dieser Reaktion durch einen Schülervater, der das eher als eine Form des Imponiere-Wollens ansieht. Darüber lässt sich sehr gut diskutieren.

  • Oliver Tape, „Schönheit ist nichts als …“
    In der Geschichte wird gezeigt, dass tatsächlich Schönheit etwas gemeinsam hat mit einer Behinderung: Es besteht immer die Gefahr, dass die anderen einen nicht einfach als Menschen wahrnehmen, sondern eben immer das Besondere sehen. Im Falle einer Behinderung ist es im besten Falle Anteilnahme bzw. Hilfe. Bei Schönheit kann es sein, dass man nur noch angestarrt wird und nie weiß, ob die Zuneigung der eigenen Persönlichkeit oder dem Aussehen gilt. Natürlich ist eine Behinderung eine viel größere Einschränkung und auch Belastung – aber es geht in der Geschichte nur um einen überraschenden Vergleich, der allen Menschen Mut machen kann, die etwas nicht haben, was andere haben.
    https://schnell-durchblicken3.de/index.php/schnell-durchblicken-kurse/lernkurs-kommunikation-kurzgeschichten-karriere/179-oliver-tape-schoenheit-mut
  • Alice Föhr, „Das Monster mit den Stilettos“
    Kurzgeschichte einer Schülerin aus  Taiwan 2017
    Zunächst wird tüchtig auf eine Schülerin geschimpft, die scheinbar ganz oben iste. Dann wird zeigt, dass die Realität ganz anders aussieht – und dann kommt der Hammer, nämlich die nüchterne Feststellung, dass die Ich-Erzählerin selbst diese Schülerin ist.
    Eine erstaunlich raffinierte Konstruktion mit schönem Diskussionspotenzial, die Mut macht, sich auch den eigenen Frust mal von der Seele zu schreiben – und das auch noch in einem kleinen Kunstwerk 🙂
    https://textaussage.de/alice-foehr-das-monster-mit-den-stilettos

  • Maatmann, Thore, „Man muss sich auch mal Luft machen!“
    Es geht um Problem, die jemand mit seinem Chef hat und über die er dann auch offen auf einer privaten Party spricht – nur um dann festzustellen, dass es sich bei seinem Zuhörer um den neuen Assistenten seines Chefs handelt.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/maatmann-thore-man-muss-sich-auch-mal-luft-machen/

  • Mark Zwollich, „Die Entscheidung“
    Die Kurzgeschichte macht deutlich, dass es nicht darauf ankommt, wieviel Angst man vor einer Aufgabe hat.
    Wichtig ist, dass man jemanden findet, der einem hilft, den richtigen Blick für die eigenen Fähigkeiten zu bekommen.
    Gezeigt wird das am Beispiel eines Referendars, der sich den Anforderungen der Lehrerausbildung nicht gewachsen fühlt, aber eigentlich schon alles richtig macht und kann.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/zwollich-mark-die-entscheidung/

  • Jana Machmal, „Schwarz auf Weiß“
    Von der schwierigen Balance zwischen berechtigten und übertriebenen Vor-Urteilen und vom Glück, ein bisschen Wahrheit zwischen ihnen zu finden;
    Wir zeigen, wie eine junge Frau in einem Bewerbungsgespräch angenehm überrascht wird.
    Außerdem machen wir deutlich, wie man sich durch geschicktes Markieren einen optimalen Überblick über den Text der Kurzgeschichte verschaffen kann.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/machma-jana-schwarz-auf-wei%C3%9F/

  • Schormack, Manuel, „Die gläserne Decke“
    In dieser Kurzgeschichte geht es um den Widerspruch zwischen den Aufrufen an alle und jeden, sich doch auch künstlerisch zu betätigen, und der Realität. Diese ist immer auch gefährdet durch eine negative Abgrenzung nach unten, die Nachwuchskünstlern mit Arroganz oder auch Misstrauen begegnet.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/schormack-manuel-die-gl%C3%A4serne-decke/
  •  Lars Krüsand, „Pannen auf dem Weg zum Praktikum“
    In dieser Kurzgeschichte geht es um die praktischen Herausforderungen im Leben, besonders bei der Vorbereitung von Projekten und Terminen.
    Die Schüler können hier gleich zwei Dinge gleichzeitig lernen: den Umgang mit Kurzgeschichten und die optimale Vorbereitung auf ein schulisches Praktikum. Wir liefern wie immer Infos und Tipps zum Einsatz der Geschichte im Unterricht.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/kr%C3%BCsand-lars-pannen-auf-dem-weg-zum-praktikum/

  • de Cesco, Federica, Spagetti für zwei
    Es geht um einen Jungen, dessen Vorurteile auf besondere Art und Weise erstens sichtbar gemacht werden und sich anschließend auflösen.
    Kann man im Internet finden. Da wir aber die urheberrechtlichen Zusammenhänge nicht kennen, können wir uns auch nicht darauf beziehen.

  • Duve, Karen, „Es gibt keine niedlichen Jungs“
    Kurze Episode aus dem Leben von zwei 14jährigen Freundinnen, von denen die eine sich schon für Jungen interessiert, während die andere ihr Glück noch ganz im Umgang mit Pferden sucht.
    https://www.schnell-durchblicken2.de/duve–keine-niedlichen-jungs
  • Caro Finelli, „Die Überraschung“
    In dieser Kurzgeschichte geht es um einen Studenten, der sich nach dem Abitur weitab von zu Hause genauso wenig um seine Wohnung kümmert wie vorher um sein Zimmer. Das hat bald Folgen.
    https://www.endlich-durchblick.de/die-besten-kurzgeschichten-kurz-vorgestellt/finelli-caro-die-%C3%BCberraschung/

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