Verfasser: S-Z

Schnurre, Wolfdietrich, „Beste Geschichte meines Lebens“

Die Geschichte ist z.B. hier zu finden.

Diese sehr seltsam – wie ein Element eines Tagebuchs oder schließlich einer Autobiografie – präsentierte Kurz-Erzählung berichtet von zwei Kranken, von denen der eine den anderen wegen seiner Fenster-Aussicht beneidet. Als der am Fenster liegende einen Erstickungsanfall hat, tut der andere nichts, um nach dem Tod an das scheinbar günstiger gelegene Bett zu kommen. Tatsächlich kommt es so – dann aber stellt er fest, dass all die Schilderungen der Fensterwelt nur Fantasieprodukte waren, in Wirklichkeit schaut er auf eine Mauer. Letztlich hat hier jemand mit kriminellen Mitteln (unterlassene Hilfeleistung) zwar sein Ziel scheinbar erreicht, es folgt aber auf dem Fuß die Strafe. Man wird erinnert an die Ballade „Die Vergeltung“ von Annette von Droste-Hülshoff.
Eine interessante Aufgabe könnte sein, die Geschichte weiterschreiben zu lassen: Zunächst könnte der überlebende Patient an seiner Enttäuschung leiden, sich dann aber fragen, ob es nicht eine gerechte Strafe für seine Untat ist. Dieses Schuldgefühl könnte noch dadurch vergrößert werden, dass er erst jetzt erkennt, was für einen kreativen und freundlichen Menschen er dem Tod überlassen hat.

Manuel Schormack, „Die gläserne Decke

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In dieser Kurzgeschichte geht es um den Widerspruch zwischen den Aufrufen an alle und jeden, sich doch auch künstlerisch zu betätigen, und der Realität. Diese ist immer auch gefährdet durch eine negative Abgrenzung nach unten, die Nachwuchskünstlern mit Arroganz oder auch Misstrauen begegnet.

Schüren, Hermann-Josef, „Auf dem Kriegspfad“
Diese Kurzgeschichte lässt sich sehr gut mit der von Kunze („Fünfzehn“) vergleichen. Hier geht es um einen Jungen, der nicht nur selbstbestimmt zu Hause leben möchte, sondern der das auch dank der Toleranz seiner Eltern kann. Die setzen ihre Hoffnungen auf die aktuelle Liebe ihres Sohnes, eine Ilona, die schon „ziemlich erwachsen“ zu sein scheint. Umso erstaunter sind sie, als ihr Sohn plötzlich morgens als Irokese verkleidet zum Frühstück erscheint und anschließend – wie der Titel es schon andeutet – „auf den Kriegspfad“ gehen möchte, was immer das heißen mag.
Weitere Kurzgeschichten zum Thema „Familie“
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Malin Schwerdtfeger: „Mein erster Achttausender“
In der Geschichte geht es um ein Mädchen, das als Ich-Erzählerin ihre Familiensituation beschreibt. Kennzeichnend für sie ist eine Mutter, die als Reiseschriftstellerin viel unterwegs ist und dann zu Hause fast so weiterlebt wie während ihrer Expedition zum Beispiel ins Himalaya-Gebiet. Der Vater wiederum ist krank und hält sich nur noch in seinem Zimmer auf, von der Tochter umsorgt.
Obwohl sie eine große Distanz zu ihrer Mutter empfindet, bricht sie am Ende doch mit ihr zu einer neuen Expedition auf – die Schlusssituation ist, dass sie noch bemerkt, wie ihr Vater ihr nachschaut.
Insgesamt eine Geschichte, in der die Kinder- und Elternrollen vertauscht erscheinen.
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Michaela Seul, Allmorgendlich

Kritische Auseinandersetzung mit einem vorschnellen Urteil über einen anderen Menschen und die sich daraus ergebenden Konsequenzen

Seuren, Günter, „Das Experiment“

In dieser sehr philosophisch, aber auch gesellschaftspolitisch ausgerichteten Kurzgeschichte geht es um eine grundsätzliche Veränderung der Blickrichtung und des Verhaltens:

  1. Vorstellung eines Mannes, der immer rückwärts geht, wenn ihm dabei auch mehr der Wind ins Gesicht bläst.
  2. Rückblick auf den Moment, in dem er gemerkt hat, welche Vorteile das Rückwärtsgehen hat
  3. Frage der Zukunft dieser Veränderung: Hinweis auf die Notwendigkeit und Heranziehung eines historischen Beispiels, von einem Volk, das das Problem des Krieges auf sehr ungewöhnliche Weise gelöst hat
  4. Erwartung des Mannes, dass er Aufsehen erregt und damit zum Nachdenken anregt
  5. Überraschendes Ende: Der Mann, der angeblich keine Zusammenstoß-Probleme mit anderen Fußgängern hat, ist unter ein Auto geraten. Er fordert seinen Begleiter auf, es besser zu machen als er selbst.
  6. Die Geschichte endet mit dem Hinweis eines Polizisten, dieser Mann sei schon der Vierte, der dieses Rückwärtsgehen ausprobiert.

Burkhard Spinnen, „Ente Orange“

Ein Mann ist gerade wegen der aktuellen Wirtschaftskrise entlassen worden, geht aber trotzdem abends wie geplant zu seinem Kochkurs. Dort arbeitet er mit einer jungen Frau zusammen, die genau auf der anderen Seite steht, nämlich erfolgreich Firmen saniert – auch mit Entlassung von Mitarbeitern. Die Kommunikation zwischen den beiden Menschen läuft am Ende auch entsprechend ihrer jeweiligen Situation ab.
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Stamm, Peter, Der Besuch

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In der Geschichte werden sehr gut die Veränderungen deutlich gemacht, die sich für eine Frau nach dem Tod ihres Mannes und dem Auszug der Kinder aus dem gemeinsamen Haus ergeben. Erst der Besuch eines australischen Austauschschülers zusammen mit der Enkelin bringt die inzwischen alt gewordene Frau auf neue Gedanken und schenkt ihr die Perspektive auf zumindest ein bisschen neues Leben.

Stamm, Peter, „Am Eisweiher“

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In der Geschichte geht es um einen jungen Mann, der sich bei einem Ausflug von der Freundin eines Freundes verführen lässt. Als der das dann entdeckt, springt er in den See und verletzt sich dabei tödlich. Die beiden anderen reagieren seltsam emotionslos, besonders die Freundin. Am Ende bleibt offen, von wem das Kind ist, dass sie einige Monate nach dem Vorfall bekommt, und wie sich der Ich-Erzähler weiter ihr gegenüber verhält.

Stamm, Peter, „Die ganze Nacht“

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Die Geschichte handelt von einem Mann, der in New York auf eine Frau wartet, deren Anreise mit Flugzeug und Eisenbahn sich aufgrund eines Schneesturms stark verzögert. Beschrieben wird in aller Ausführlichkeit, was dieser Mann dann so in der Wartezeit anstellt. Sein größter Erfolg ist dabei die Beschaffung von Sandwiches. Als die Frau schließlich nachts um drei bei ihm klingelt und wissen will, was er denn so dringend mit ihr bereden wolle, ist seine einzige Antwort – und es ist zugleich das Schlusswort der Kurzgeschichte, er sei froh, dass sie da sei.
Die Geschichte stellt nicht gerade einen Dienst am Leser dar, kann aber gut im Unterricht genutzt werden, um hier wirklich mal ein Ende zu verfassen, für das es in der Vorlage nur eine Situation, aber keine Ausgangsbedingungen gibt.

Stamm, Peter, „Feuer“

Dass Peter Stamm auch anders kann als den Eindruck von Belanglosigkeit zu erwecken, zeigt seine Kurzgeschichte „Feuer„. In ihr berichtet der Ich-Erzähler allerlei aus seiner Jugend und kommt dann fast nebenbei zu einem außergewöhnlichen Ereignis. Beim Schießen auf Scheiben ist er mit einem Freund zusammen zuständig für die Benennung der Treffer. Er macht sich den Spaß, seinen Freund aufzufordern, doch einfach mal aus der Sicherheit des Unterstandes hinauszuschauen. Der nimmt es aber ernst schaut, raus und wird genau in dem Moment von einer Kugel tödlich getroffen. Der Ich-Erzähler behält seinen Anteil an dem mörderischen Vorfall für sich und erfährt hinterher auch noch, dass der Vater seines Freundes seinen Sohn nur getroffen habe, weil er so ein schlechter Schütze gewesen sei.

Steenfatt, Margret, „Im Spiegel“

Steenfatt, Margret, „Im Spiegel“

In dieser Kurzgeschichte geht es um die Auseinandersetzung eines Jugendlichen mit dem Vorwurf, er mache nichts aus seinem Leben: Sie wirkt zunächst verzweifelt, dann gewalttätig. Am Ende aber steht die Fähigkeit, seine Wunden zu lecken und zumindest zu seinen (!!!) Leuten zu gehen.

Botho Strauß, „Mädchen mit Zierkamm“

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  • In der Geschichte geht es um eine 20-jährige junge Frau, die sehr eigenwillig lebt, sich auch ungewöhnlich kleidet und vor allem gerne mit Sprachgewalt über andere Leute herfällt – ggf. auch ohne Grund.
  • Der Zufallsfund eines Zierkamms bringt sie dazu, über ihr Leben und einen Neuanfang nachzudenken.
  • Die Geschichte ist nicht einfach zu verstehen, das erhöht aber ihren Reiz. Letztlich geht es um den Versuch, nach einer Phase der Auflehnung und Rebellion in die Gemeinschaft zurückzufinden.

Botho Strauß, „Mikado“ – oder die Frage nach der Indentität

In der Geschichte geht es um einen Fabrikanten, dessen Ehefrau entführt worden ist. Als die Polizei sie ihm zurückbringt, erkennt er sie nicht wieder. Sie ist deutlich jünger und auch mehr Handwerkerin als Wissenschaftlerin. Im Laufe der Geschichte zweifelt auch der Fabrikant immer mehr an sich und an der Situation. Nach einem gemeinsamen Mikado-Spiel, bei dem die anfangs sehr anpassungsfähige Frau sich recht impulsiv, ja aggressiv verhält, beschließt er, einfach die weitere Entwicklung abzuwarten. Dabei schließt er nicht aus, dass er seine aktuellen Gewaltimpulse dann tatsächlich auch auslebt.
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Strauß, Botho, „Rückkehr“

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In der Geschichte geht es um einen Bäckermeister, der plötzlich seine Frau verlässt und in Mexiko mit Papierfabriken sein Glück macht. Als er später wieder zurückkehrt und Mitleid mit seiner verarmten Frau hat, bittet sie ihn auf eine besondere Weise, sie einfach weiter oder auch wieder allein zu lassen.
Die Geschichte bewegt sich im Grenzbereich von Kurzgeschichte, Parabel, kann aber am besten als moderne Kalendergeschicht verstanden werden.

Strobel, Arno, „Manu“

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Eine wunderbare Geschichte, die mit den Erwartungen der Leser spielt. Es geht um eine Bankangestellte, die sich ein heimliches zweites Leben gönnt. Man erwartet schnell etwas in Richtung Dominia (wohl auch vom Autor so angelegt) – am Ende handelt es sich um eine Bildhauerin, die einfach nur anonym bleiben will. Das schließt allerdings nicht aus, dass ihre Werke ohne Namensnennung vorgestellt werden.

 

Suter, Martin, Das Partnerproblem

Die Geschichte ist u.a. hier zu finden.

Eine Satire, die das heutige Geschäftsleben kritisiert, in dem auch private Dinge hemmungslos einbezogen und genutzt werden. Das Besondere ist dann, dass all die Absichten, die die Hauptfigur hat, letztlich daran scheitern, dass Privates eben nicht berechenbar ist, weil dort auch Gefühle eine Rolle spielen. Die Kurzgeschichte zeigt letztlich, dass das Leben nicht so berechenbar ist, wie die Manager es sich wünschen.

Weitere Kurzgeschichten zum Thema „Beziehungen“ auf der Seite:
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Tape, Oliver, „Schönheit ist nicht als …“

https://textaussage.de/oliver-tape-schoenheit-ist-nichts-als-2

In der Geschichte wird gezeigt, dass tatsächlich Schönheit etwas gemeinsam hat mit einer Behinderung: Es besteht immer die Gefahr, dass die anderen einen nicht einfach als Menschen wahrnehmen, sondern eben immer das Besondere sehen. Im Falle einer Behinderung ist es im besten Falle Anteilnahme bzw. Hilfe. Bei Schönheit kann es sein, dass man nur noch angestarrt wird und nie weiß, ob die Zuneigung der eigenen Persönlichkeit oder dem Aussehen gilt. Natürlich ist eine Behinderung eine viel größere Einschränkung und auch Belastung – aber es geht in der Geschichte nur um einen überraschenden Vergleich, der allen Menschen Mut machen kann, die etwas nicht haben, was andere haben.

Tivag, Anders, „Parabel zum kategorischen Imperativ“

An einer Geschichte werden Probleme von Kants „Kategorischem Imperativ“ deutlich.
https://textaussage.de/anders-tivag-parabel-zum-kategorischen-imperativ

Henning Venske: Eine schöne Beziehung

In dieser Geschichte, die viel Ähnlichkeit hat mit „Spagetti für zwei“ geht es um eine Frau, die nach dem Tod ihres Mannes ihr Heimatdorf verlässt, um noch etwas vom Leben zu haben und etwas von der Welt zu sehen. Im Restaurant eines Warenhauses kommt es dann zu der Parallelsituation zu der Spagetti-Geschichte. Der Unterschied ist hier, dass es am Ende keine Klärung zwischen den beiden Personen gibt über das, was zwischen ihnen auf Grund eines Missverständnisses vorgefallen ist, sondern die Frau damit alleine klarkommt – und anscheinend ohne Probleme. Die Verarbeitung der Peinlichkeit wird gewissermaßen dem Leser überlassen.

Noch ein Nachtrag: Die Situation der Frau nach dem Tod des Mannes erinnert an „Die unwürdige Greisin“ von Bertolt Brecht, nur dass dort andere Akzente gesetzt werden.
ttps://www.schule-bw.de/themen-und-impulse/individuelles-lernen-und-individuelle-foerderung/allgemein-bildende-schulen/kompetenzraster-2016/deutsch/d_nl52_3_lm_7_10.pdf
Weisenborn, Günther, „Zwei Männer“

Es geht in dieser Geschichte um das Verhalten von Menschen in Lebensgefahr in einer altertümlich wirkenden Atmosphäre. Diese ist vor allem geprägt durch eine erstaunlich stoische Gelassenheit, die Bereitschaft, den Kampf ums Überleben anzunehmen, dann aber doch der Kameradschaft den Vorrang einzuräumen. Am Ende folgt nach der Rettung ein Plädoyer dafür, sich – trotz aller Verluste – nicht unterkriegen zu lassen.

 

Wigand, Pattie, „Ein Montagmorgen im Bus“
Schilderung des etwas problematischen, aber in der Geschichte erfolgreichen Versuchs des Fahrers eines Linienbusses, die Fahrgäste miteinander ins Gespräch zu bringen. Gut vergleichbar mit einer ähnlich gelagerten Szene aus dem „Club der toten Dichter“ und mit der sehr viel feinfühligeren Geschichte „Die Botschaft“ von Jutta von der Lühe-Tower.
https://textaussage.de/pattie-wigand-ein-montagmorgen-im-bus

 

Wohmann, Gabriele, Denk immer an heut Nachmittag

Schilderung der Übersiedlung in ein Internat aus den sehr unterschiedlichen Perspektiven des Vaters und des Sohnes
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Wohmann, Gabriele, Der Antrag

Diese Kurzgeschichte zeigt, wie ein Heiratsantrag unter den Bedingungen der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts abgelaufen sein mag – zusätzlich noch mit einem starken Schuss Berechnung einerseits und Bereitschaft zur Unterwerfung auf der anderen Seite.
Vergleiche auch: Wondratschek, Mittagspause

 

Wohmann, Gabriele, „Der Rivale“

Eine junge Frau versucht, den Geliebten zu mehr Engagement in der Liebe zu gewinnen, indem sie ihm mit einem geliehenen Brillantring eine angeblich vorhandene anderweitige Verlobung vorzuspielen.
Es passiert genau das, was auch passieren kann: Der junge Mann ärgert sich darüber, davon so spät zu erfahren und wendet sich seinen eigentlichen Interessen zu, die mehr im Bereich von Sport und Abenteuer liegen.
https://www.einfach-gezeigt.de/wohmann-der-rivale

 

Wohmann, Gabriele, Die Amsel
https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-wohmann-amsel
Gabriele Wohmanns Kurzgeschichte thematisiert die Probleme zwischen einem Mann und seines Kindes angesichts einer neuen Partnerin. Als es ein bisschen auf die Harmoniewünsche des Vaters eingeht, wird es mit kleinen Geschenken überhäuft, zugleich aber mit unnötigen Präzisierungen der Familienvorstellungen des Vaters belästigt. Vor allem muss das Kind feststellen, dass es nach seinem Zugeständnis den Vater noch mehr verloren hat. Das wird verdeutlicht am Umgang mit einer Amsel, der man auf dem gemeinsamen Weg begegnet.
Tipp: Gut zu vergleichen mit Wohmann, „Denk immer an heut Nachmittag“

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Gabriele Wohmann, Die Klavierstunde

Die Kurzgeschichte „Die Klavierstunde“ erzählt aus zwei gegensätzlichen und sich am Ende doch negativ vereinigenden Perspektiven, wie ein Junge nur sehr widerwillig zu einer Klavierlehrerin geht, die selbst genau so wenig Lust auf die Stunde hat wie er. Am Ende setzt sich aber doch die Macht der Gewohnheit durch.

 

Wohmann, Gabriele, Ein netter Kerl

Eine der besten Kurzgeschichten, die das Thema „Kommunikation“ regelrecht durchspielen. Wir zeigen, sie sich im Gespräch alles entwickelt und am Ende zu einem eigentlich zumindest teilweise guten Ergebnis führt.

Drei-Stufen-Weg zur Themenformulierung:

1. Thema ist ein Konflikt in einer Familie

2. Thema sind unterschiedliche Vorstellungen über den Gast einer Familie

3. Thema ist die Diskrepanz zwischen dem Mobbing eines Besuchers und dem Verhalten nach Klärung seiner wahren Rolle in der Familie
Näheres zum Drei-Stufen-Weg auf Seite:
https://www.schnell-durchblicken2.de/lv-kg-thema-aussagen

 

Wohmann, Gabriele, „Flitterwochen, 3. Tag“

Die Geschichte zeigt die Diskrepanz zwischen einem sich in Zukunftsperspektiven und Floskeln ergehenden Ehemann und seiner Frau, die anscheinend zum ersten Mal eine hässliche Warze bei ihrem Mann entdeckt. Diese wird zum Symbol einer Beziehung, die offensichtlich gefühlsmäßig schon am Ende ist.

Hierzu gibt es auch ein Video, in dem es zum einen um Kommunikation geht, zum anderen um die extreme und nicht ganz unproblematische Leserlenkung:
https://www.schnell-durchblicken2.de/lv-kg-flitterwochen-komm-leslenk
Ansonsten gibt es genauere Infos auf der Seite:

https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-wohmann-flitterwochen

Gabriele Wohmann, Ich Sperber
Eine äußerst interessante Kurzgeschichte, in der sich eine rollenbewusste Lehrerin und ein sehr „eigensinniger“ Schüler aufeinandertreffen. Diesem gelingt es, sich fast ganz aus dem vorbestimmten Schulleben abzukoppeln und in einer ganz eigenen Betrachtungswelt zu leben, indem er sich zu den Vögeln draußen Gedanken macht und am liebsten selbst ein Sperber, also ein Jagdvogel wäre.
Am Ende der Geschichte wird deutlich, wie wenig die Erwachsenen begreifen, womit sie es zu tun haben: Statt eines selbstbewussten, engagierten jungen Menschen wollen sie einen, der für sie ausreichend klein und gut handhabbar ist.
Besonders auffallend ist der Einsatz des Inneren Monologs zur Verdeutlichung des Gegensatzes zwischen der äußeren Welt der Schule und der inneren Welt eines Schülers. Siehe dazu das Video:
https://www.schnell-durchblicken2.de/wohmann-ich-sperber
https://youtu.be/S697nd426Xg
Wohmann, Gabriele, „Schönes goldenes Haar“

Versuch eines Gesprächs einer Frau mit ihrem Mann über die gemeinsame Tochter. Deren sich möglicherweise anbahnendes Liebesleben im oberen Stock wird zum Anlass, die eigene Beziehung zu reflektieren – mit negativem Ergebnis. Der Mann verschanzt sich hinter seiner Zeitung und begnügt sich mit der Erinnerung an einen schön „geschmückten“ Braten. Am Ende hat die Ehefrau nur Mitleid mit diesem Mann und spürt eine „stolze Verwunderung“ angesichts des „schönen goldenen Haares“ ihrer Tochter.
https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-wohmann-haar

 

Wondratschek, Wolf, Mittagspause

Ähnlich wie in der Kurzgeschichte „Die Tochter“ von Bichsel geht es um einen jungen Menschen im Ablöse-, bzw. hier im Prozess des Aufbaus eines eigenen Lebens. Eine große Rolle spielt dabei der Umgang mit Männern, der auf der einen Seite auf Annäherung, andererseits auch auf Abgrenzung aus ist. Eine zentrale Rolle spielen die Begriffe „Spiel“ und „Katastrophe“ – alles, um von der Langeweilse des normalen Arbeitslebens abzulenken. Spannend wird es, wenn man diese schon fast 50 Jahre alte Geschichte mit heutigen Rollenbildern vergleicht.

Vergleiche auch Wohmann, Der Antrag.

 

Wondratschek, Wolf, „Über die Schwierigkeiten, ein Sohn seiner Eltern zu bleiben“

In der Geschichte geht es um eine Aneinanderreihung von Erlebnissen und Gedanken, die aus dem Rückblick heraus einen Ablöseprozess aus der Familie heraus beschreiben. Das Besondere ist die assoziative Anordnung der einzelnen Textelemente. Man hat den Eindruck, dass hier einfach das aneinandergereiht wird, was dem Ich-Erzähler zu dem in der Überschrift genannten Thema einfällt. Insgesamt ein typischer Fall für einen Text, den man kaum linear analysieren kann. Stattdessen sollte man nach thematischen Aspekten suchen und die entsprechenden Signale zu Aussagen bündeln.

https://schnell-durchblicken3.de/index.php/faq/faq-kurzgeschichten/212-wondratschek-schwierigkeiten

Reinhold Ziegler, „Die Brücke“,
Kurzgeschichte über eine tiefgreifende Verständigung zwischen einem Vater und seinem Sohn beim Besteigen einer Brücke.
Auf der folgenden Seite haben wir die Geschichte vor allem unter dem Gesichtspunkt der (personalen) Erzählhaltung analysiert.
https://schnell-durchblicken3.de/index.php/faq/faq-kurzgeschichten/337-ziegler-die-bruecke-personale-erzaehlhaltung
Die Kurzgeschichte ist auf der Homepage des Autors zu finden:
http://www.reinhold-ziegler.de/html/bruecke.html

 

Zoë Jenny , „Sophies Sommer“
https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-zoe-jenny-sophies-sommer

In der Geschichte geht es um eine junge Frau, die in ihrer größten Lebenskrise erleben muss, dass ihr der Freund, den sie ins Elternhaus mitgebracht hat, von der eigenen Mutter weggeschnappt wird. Der Leser bleibt etwas ratlos zurück, weil er nicht recht weiß, ob er in erster Linie die Tochter bemitleiden oder sich mit der Mutter freuen soll. Denn diese wird so auf einer freudlosen Ehe befreit, in der sie regelrecht verkümmert, während die Tochter bisher sowieso ihre Liebhaber pausenlos gewechselt hat.
Weitere Kurzgeschichten zum Thema „Beziehungen“ auf der Seite:
https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-thema-beziehungen

https://www.schnell-durchblicken2.de/kg-thema-familie

 

 

Zwerenz, Nicht alles gefallen

 

Eine eher satirisch angelegte Kurzgeschichte, die die Entwicklung eines Nachbarschaftsstreites bis hin zur Selbstvernichtung beschreibt.

 

Mark Zwollich, Die Entscheidung

Die Kurzgeschichte macht deutlich, dass es nicht darauf ankommt, wieviel Angst man vor einer Aufgabe hat.

Wichtig ist, dass man jemanden findet, der einem hilft, den richtigen Blick für die eigenen Fähigkeiten zu bekommen.

Gezeigt wird das am Beispiel eines Referendars, der sich den Anforderungen der Lehrerausbildung nicht gewachsen fühlt, aber eigentlich schon alles richtig macht und kann.



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Verfasser: A-C

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Verfasser: I-L
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